Fußballclubs in der Schuldenkrise – So steht es um die Vereine

Fußballclubs in der Schuldenkrise – So steht es um die Vereine

Fußball gehört zu den populärsten Sportarten der Welt. Besonders in Europa sind die Stadien an den Wochenenden prall gefüllt, die Tickets werden den Vereinen geradezu aus den Händen gerissen. Die Spieler avancieren nicht selten zu regelrechten Rock-Stars, die Fan-Artikel der Lieblingsclubs verkaufen sich fast von selbst; sie schmücken Körper und Wohnungen der Fans. Keine Frage: Das Milliardengeschäft Fußball boomt wie nie zuvor.

Immer wieder beschert uns der Sport zuletzt neue bahnbrechende Rekorde. Erst im Sommer 2017 wechselte der brasilianische Superstar Neymar Jr. für rund 222 Millionen Euro vom FC Barcelona zu Paris Saint Germain. Kaum ist der Wechsel vollzogen, lesen wir erneut Gerüchte über einen Wechsel Neymars. Dieses Mal soll es ihn in die spanische Hauptstadt Madrid ziehen. Real plant dafür angeblich ein Transfervolumen von insgesamt 400 Millionen Euro und das obwohl Real Madrid als der am höchsten verschuldete Verein Europas gilt. Trotz positiver Aussichten basierend auf dem neusten “Club Licensing Benchmarking Report” der UEFA hat die Medaille immer zwei Seiten – Millionenwechsel, steigende Gehälter sowie weitere hohe Investitionen und Abgaben sind nur einige der Aspekte, die zu einem riesigen Schuldenberg bei zahlreichen Vereinen führen. Gehören bei den Deutschen Klubs der FC Bayern und der BVB noch zu den Vereinen mit wenig bis gar keinen Schulden, sieht es bei vielen anderen Teams in der Bundesliga sowie den Regional- und den Landesligen viel ernster aus. Unzählige Vereine stecken tief in der Schuldenkrise und wären ohne externe Geldgeber kaum noch da, wo sie heute stehen.

Aufsteiger RB Leipzig sitzt bei seinem Geldgeber Red Bull tief in den roten Zahlen. Auch bedingt durch den Aufstieg in der Saison 2015/16 und damit einhergehenden Neuverpflichtungen sowie den Gehältern von Trainer-Team und Spielern häufen sich die Schulden auf inzwischen 83,164 Millionen Euro. Trotz Verbindlichkeiten und enormen Investitionen scheint es nach einigen Auf und Abs fußballerisch wieder aufwärts zu gehen. In der Bundesliga-Tabelle steht RB Leipzig aktuell auf dem 5. Platz und sichert sich somit zumindest die UEFA Europa League Qualifikation. Mit dem FC Schalke 04 steckt ein weiterer Traditionsverein tief in der Schuldenkrise und gehört europaweit zu den am höchsten verschuldeten Teams. Der aktuelle Schuldenberg beläuft sich auf über 137 Millionen Euro. So viele Verbindlichkeiten bringen auch immer gewissen Druck und Belastungen für alle Beteiligten mit sich, denn das heißt im Umkehrschluss: finanzielle Mittel müssen reinkommen, Investitionen sinnvoll getätigt werden. Auch fußballerische Erfolge müssen wieder her und dauerhaft auf Schalke einkehren. Seit 2017 gibt es einen neuen 5-Jahresvertrag mit dem russischen Energie-Konzern Gazprom, der sich laut Sport Bild auf rund 120 Millionen Euro beläuft. Darüber hinaus stelle der langjährige Schalke-Unterstützer Gazprom weitere Bonuszahlungen in Millionenhöhe bei sportlichem Erfolg in Aussicht. Der Verein setzt nach einer miserablen Saison 2016/17 daher alles daran, in der nächsten Spielzeit auch wieder international erfolgreich Fuß zu fassen. Auch wenn Leon Goretzka im Sommer zu den Bayern wechselt und sicherlich nicht alle personellen Entscheidungen der Vergangenheit richtig waren, scheint es in der Liga aufwärts zu gehen. Diesen Trend haben die Fans inzwischen erkannt und auch die digitale Plattform BetStars zeigt mit ihrem Ausblick auf das nächste Heimspiel, dass es weiterhin bei den Königsblauen bergauf geht.

Bei anderen Vereinen in der Liga sehen die Finanzen auch nicht gerade rosig aus. Gute Beispiele, wenn auch wenig vorbildlich, sind hier Hertha BSC Berlin mit derzeit rund 37,5 Millionen Euro oder auch Borussia Mönchengladbach mit angeblichen 69 Millionen Euro Schulden. Neben einer fast saisonübergreifenden Talfahrt in der Bundesliga ist die finanzielle Situation auch beim Hamburger SV seit Jahren ein Thema bei Vorstand, Management und in den Medien. Aktuell ist der Verein mit über 105 Millionen Euro verschuldet. Sparversuche gab es einige, jedoch nicht an den Gehältern der Spieler. Hier tut man sich schwer, möchte man doch nicht am falschen Ende sparen und am Ende noch der 1. Fußball Bundesliga Lebewohl sagen müssen. Immer wieder stärkt der wohl größte Investor Kühne durch Kapitalerhöhungen das Eigenkapital des Vereins.

Noch schlimmer sieht die Situation in den unteren Ligen aus. Hier können Vereine kaum auf so große Investoren wie Gazprom, HoWe oder Kühne zurückgreifen. So mussten zahlreiche ehemalige Erstliga-Klubs wie Rot-Weiss Essen oder Alemannia Aachen schon einmal Insolvenz anmelden. Besonders in der Regionalliga stehen mit ganz wenigen Ausnahmen die allermeisten Vereine kurz vor der Insolvenz – ein Ende des Trends scheint kaum in Sicht.