INTERVIEW – Von der Kreisklasse in die Bezirkself!

Tom Pierre Kern wechselte letzten Sommer von der SG Schellerten/Ottbergen zum SV Einum und somit auch von der 1. Kreisklasse in die Bezirksliga

Vor nun gut einem halben Jahr wechselte Tom Pierre Kern von der SG Schellerten/Ottbergen zu Trainer Olaf Becker in die Bezirksliga Hannover Staffel 4, wo er bislang 7 Einsätze und 509 Spielminuten bekommen hat. Kern spielte die komplette Jugend bei der JSG Klunkautal, die sich aus den Dörfern Schellerten, Dinklar und Bettmar zusammengesetzt hat, und ging mit 18 Jahren in die erste Herren der Schellerter. In dieser Zeit entwickelte er sich schnell und wurde zum absoluten Mittelfeldmotor der Schellerter und später auch der SG.

Wie ist es für einen Spieler direkt zwei Klassen höher zu spielen? Wir haben Ihn nun zu seinem neuen Verein, zu seiner neuen Aufgabe und auch zu seiner Zeit in der Schellerter Region befragt. Auch Trainer Olaf Becker hat ein paar Worte an seinen neuen Mittelfeldakteur verloren, die wir euch natürlich nicht vorenthalten wollen. Kommen wir nun aber erst einmal zum Interview. 

Sportnews: Grüß dich Tom, danke erst einmal das du dich unseren Fragen stellst. Du spielst nun seit der Hinserie beim SV Einum unter Olaf Becker in der Bezirksliga. Wie hat sich deine Sicht auf den Fußball in dieser Zeit verändert?

Nunja, dass die Ansprüche in der Bezirksliga andere sind, als in der ersten Kreisklasse, ist ja klar. Und dass ich da ein paar Konsequenzen ziehen sollte, war mir auch bewusst. Ich hatte ja Bock, höher zu spielen und da will ich dann auch 100 Prozent geben können. Da gehe ich jetzt lieber an einem anderen Tag mal weg und entspanne dafür am Samstagabend.

Sportnews: Was sagst du allgemein zu dem Klassenunterschied. Ist er deutlich zu spüren, oder meinst du in der Bezirksliga Hannover könnte jeder als Spieler eine realistische Chance haben?

Den Klassenunterschied bemerke ich vor allem daran, dass das Spieltempo ein anderes ist. Hier hat man nicht so viel Zeit, über seine nächste Aktion nachzudenken. Wenn du da zu lange überlegst, wird das bitter bestraft. Aber auch da gewöhnt man sich dran. Ich denke schon, dass einige Spieler, die in der Kreisklasse spielen, auch in der Bezirksliga mithalten könnten. Aber viele spielen dann auch einfach lieber im Heimatverein und dafür ein paar Klassen tiefer.

Sportnews: Du bist beim SV Schellerten, der dann zur SG Schellerten/Ottbergen geworden ist, groß geworden und kennst den Verein somit sehr gut. Gibt es Dinge die du in Schellerten vermisst hast, die es jetzt in Einum gibt?

Die SG Schellerten/Ottbergen ist schon ein geiler Verein mit tollen Menschen und ich habe dort immer sehr gerne gespielt. Menschlich habe ich da gar nichts vermisst! Was ich durch den Wechsel zum SV Einum aber vor allem gesucht habe, ist ein höheres Spielniveau und die Herausforderung. Ich wollte einfach mal höher spielen. Hier muss ich mich beweisen, um mich in der Mannschaft etablieren zu können und das macht doch auch irgendwie den Reiz aus, oder?! Zusätzlich muss ich sagen, dass ich auch hier gut aufgenommen wurde und die Mitspieler, das Trainerteam und die Fans alle sehr herzliche Menschen sind.

Sportnews: Ihr steht nun mit dem SV Einum und dem 9. Tabellenplatz im guten Mittelfeld der Tabelle. Wo siehst du euch in am Ende der Saison?

Vor der Saison haben wir uns das natürlich ein bisschen anders vorgestellt. Aber es hätte vorher wohl auch niemand damit gerechnet, dass wir so viele Verletzungsausfälle haben. Teilweise hatte man das Gefühl, dass mehr Spieler verletzt als fit waren. Dass das Auswirkungen auf die Ergebnisse hat, ist ja klar. Aber das ist nicht der einzige Grund. Uns hat es auch an Konstanz gefehlt. Das eine Spiel spielen wir richtig gut, gewinnen und denken: “Geil, jetzt läuft es!” und im nächsten Spiel bekommen wir es dann nicht hin, unser eigentlich gutes Spiel zu zeigen. Wenn wir zur Rückrunde daran arbeiten, gleichmäßig gute Leistung zeigen zu können und unser Kader wieder breiter ist, denke ich schon, dass da definitiv noch Luft nach oben ist.

Sportnews: Wir danken dir für das Interview. Hast du am Ende noch ein paar Worte die du deinem altem Team der SG mit auf den Weg geben möchtest?

Gerne, hat mich gefreut! Meinem alten Team wünsche ich viel Erfolg für die Rückrunde. Sie haben viele neue Leute aus der Jugend, die Bock haben und den bisherigen erfahreneren Kader gut ergänzen. Ich denke, auch sie haben in der Hinrunde unter ihren Möglichkeiten gespielt und ich drücke die Daumen, dass sie in der Rückrunde viele Erfolge feiern können.

Zu guter Letzt meldet sich noch sein jetziger Trainer Olaf Becker mit folgenden starken Worten an Kern:

In der Hinrunde in Afferde hat er Linksverteidiger gespielt. Überragend. Er weiß noch nicht, wie gut er eigentlich ist. In Algermissen beim 5:1 war er auch überragend, aber manchmal leider noch nicht konstant genug. Er ist noch etwas zu zurückhaltend, aber geht ab wie ne Rakete. Allerdings setzt er sich noch zu sehr unter Druck.  Er hat noch kein Tor geschossen und das wurmt ihn. Aber ich messe seine Leistung nicht an den Toren. Er ist sehr wichtig für die Mannschaft und vor allem sehr lernwillig.