So viele Ausfälle wie noch nie – Müssen die Verantwortlichen handeln?

Die Hinrunde 2017 der Fußballer geht noch fast drei Wochen. Offiziell wurden die letzten Spiele für das erste Dezember-Wochenende (02. & 03.12) angesetzt, inzwischen wurde aber bereits ein Nachholspieltag für das darauffolgende Wochenende (09. & 10.12) angesetzt.
Die Saison ging gleich bescheiden los, im Kreis Hildesheim wurde bereits der komplette erste Spieltag nach dem schlimmen Hochwasser abgesagt. Eine Entscheidung die vielerorts auf Zustimmung traf, teilweise waren einige Vereine allerdings auch nicht erfreut, schließlich hätte man auf manchen Plätzen dennoch spielen können.

In der Landesliga Hannover hätten nach dem Wochenende 15 Spieltage absolviert sein sollen, lediglich ein Team (STK Eilvese) hat alle 15 Spiele absolviert. Der Trend der Liga liegt bei aktuell 13 Spielen, ein paar Ausnahmen haben nur zwölf oder schon 14 Spiele absolviert. Der Hildesheimer Vertreter SV Bavenstedt liegt aktuell bei 13 Spielen und hat somit zwei Nachholspiele zu absolvieren.

In der Bezirksliga Hannover 4 ist es deutlich krasser. Von möglichen 15 Spielen hat kein Team die volle Anzahl absolviert. Eintracht Afferde (Kunstrasenplatz zur Verfügung) und der MTV Almstedt kommen dem mit 14 Partien am nächsten. Gleichzeitig haben fünf Teams aber auch erst zehn Spiele absolviert und somit bereits fünf Nachholspiele auf dem Buckel. Der Durchschnitt der Liga liegt bei elf oder zwölf Spielen.
In der Kreisliga Hildesheim hätten bis zum vergangenen Wochenende 17 Spieltage absolviert sein sollen, kein Team kommt annähernd an diese Anzahl. Der DSC Duingen (Hartplatz), der SV Blau Weiß Neuhof (Kunstrasenplatz) und der SC Asel kommen dem mit 14 Partien am nächsten. Der TSV Giesen hat aktuell nur zehn Spiele absolviert, der FC Concordia sogar nur neun.

Nahezu keine Amateurliga hat aktuell die Sollanzahl an Spielen geschafft, dass die Bedingungen im November und Dezember deutlich schlechter sind und einige Vereine mal schneller absagen ist bekannt. Allerdings hat es in diesem Jahr auch erhöhten Niederschlag gegeben, sodass sich die Plätze kaum erholen können.


Was können Lösungen sein?

Idee Nr. 1: Den Saisonkalender dem Kalenderjahr anpassen. Die Hauptsaisonphase müsste von März/April bis Oktober/November gehen. Eine lange Winterpause würde vor vielen Ausfällen schützen. Beispielsweise könnte man zusätzlich noch eine kurze Pause im Sommer von drei – vier  Wochen machen, in der besonders heißen Phase des Sommers. Zwar ist man nicht geschützt vor Ausnahmefällen wie dem Hochwasser im Juli 2017, aber solche Vorfälle passieren „im Normalfall“ nicht jedes Jahr.

Idee Nr. 2: Verkleinerung der Staffeln, weniger Spiele. Die Saison bleibt von den Rahmendaten her bestehen, nur die Staffeln werden verkleinert, sodass pro Halbserie maximal zehn bis zwölf Spiele absolviert werden müssen. Der aktuelle Durchschnitt liegt bei ungefähr zwölf absolvierten Partien.

Idee Nr. 3: Der „Deutsche Fußball Bund“ muss aktiv werden und den Amateurfußball stärken. Sei es durch Zuschüsse für die Platzbaukosten oder möglicherweise für den Bau von Kunstrasenplätzen. Im Bereich Südwest (Mainz-Bingen) zum Beispiel in der B-Klasse in Mainz haben ein Großteil der Teams einen Kunstrasenplatz, sodass aktuell nach 15 gespielten Spieltagen fast alle Teams auch wirklich 15 Spiele absolviert haben.