Eintracht verliert auch beim HC Elbflorenz

Eintracht Hildesheim verliert trotz sehr guter zweiter Halbzeit und einem wieder einmal überragenden Savvas Savvas, der 16 Tore erzielen konnte, mit 27:29 gegen einen ebenbürtigen Mitaufsteiger HC Elbflorenz in Dresden.

Gerald Oberbeck versuchte aus den letzten Spielen zu lernen und setzte Spielmacher und Kapitän Robin John von Beginn an auch in der Abwehr ein um schneller auf das Angriffsspiel umzuschalten. Andy Simon kam nach seiner Verletzung durch den Ausfall von Jakob Nelson und Chris Meiser auch wieder im Angriff zum Einsatz, blieb aber um dies vorweg zu nehmen ohne einen einzelnen Abschluss im gesamten Spiel. Der ungewohnte Boden, der ein bisschen stumpfer war als gewohnt, brachte bereits beim Aufwärmen den ein oder anderen Hildesheimer dazu sein Schuhwerk zu wechseln. Mit 1950 Zuschauern war die Halle gefüllt wie noch nie, Beuscherrekord in der noch jungen Hallengesichte. Doch nun zum Spiel.

Die Dresdener guckten sich in der Anfangsphase vor allem Robin John in seiner ungewohnten Verteidigungsrolle auf Rechtsaußen aus und waren damit in vielen Angriffen erfolgreich. Vor allem Roman Bečvář mit der Nummer 33 prägte das Angriffsspiel mit intelligenten Zuspielen oder eigenen Abschlüssen. Im Angriff der Eintracht hatten Robin John und Savvas Savvas das Zepter in der Hand und nutzten ihre Räume. Auch die Achse John – Tzoufras funktionierte wieder. Bis zum 7:7 sah man in der neuen Ballsport Arena ein gutes Handballspiel auf Augenhöhe. Dann folgten drei Fehler in Folge der Hildesheimer, die die Heimmannschaft erbarmungslos nutzte und damit auf 10:7 wegzog. Eintracht reagierte und brachte Fynn Wiebe für Adam Papadopoulos im Mittelblock und gönnte Savvas Savvas, der Probleme am Handgelenk hatte, eine kurze Verschnaufspause. Nach 22 Minuten nahm Gerald Oberbeck seine erste Auszeit beim Stand von 14:11, da trotz zwischenzeitlicher Aufholjagd vermeidbare Fehler zum alten Rückstand führten. Savvas Savvas kam wieder in’s Spiel und trotz Überzahl, die Eintracht nicht wie gewohnt mit zwei Kreisläufern spielte, gelang der Eintracht kein Zug zum Tor. Zwei Minuten später nahm Dresden die Auszeit bei identischem Spielstand. Kurz vor der Pause reagierte Oberbeck erneut und wechselte für den bisher glücklosen Torhüter Jakub Lefan Paul Twarz ein. Zur Halbzeit blieb es beim 3-Tore Rückstand. 17:14.

Die Hildesheimer probierten im Angriff nun ihr Glück mit zwei Kreisläufern. In der Abwehr versuchte die Mannschaft mit Adam Papadopoulos und Fynn Wiebe eine kompakte Mitte zu bilden. Dresden spürt dies und versucht es jetzt schnell im Angriff zu machen und abzuschließen bevor die Defensive sortiert ist. Trotz der stabileren Abwehr schafften es die Hildesheimer aufgrund von frei verworfenen Bällen zunächst nicht den Abstand zu verkürzen. Dank Paul Twarz im Tor und Savvas Savvas, der zu diesem Zeitpunkt bereits 13 Tore auf der Rechnung hatte, im Angriff gelang dann doch noch die Aufholjagd. Dresden kam merklich unter Druck und zog in der 45. die zweite Auszeit beim Stand von 21:20. Der gewünschte Effekt blieb allerdings aus. Paul Twarz hält den folgenden 7-Meter und Savvas Savvas trifft zum Ausgleich. Eintracht schafft es den folgenden Dresdener Angriff erneut zu vereiteln und macht sich auf den Weg zum gegnerischen Tor. Die Euphorie, die sich gerade bei Spielern und Fans entwickelte, wurde gleich wieder durch eine Auszeit von Gerald Oberbeck unterbrochen – vermutlich um zu appellieren ruhig und besonnen weiter zu spielen. Zunächst ging der Plan auf Niko Tzoufras herauszunehmen, da Savvas Savvas und Robin John jetzt in Manndeckung genommen wurden. Maurice Lungela findet zwei mal die Lücke. Danach nutzen die Hildesheimer den Freiwurf als taktisches Mittel um Savvas Savvas wieder näher an’s Tor zu platzieren und erfolgreich abschließen zu lassen. Dresden wirkte im Angriff nervös, traf aber auch. Eintracht hatte dann auch kurz die Möglichkeit auf zwei Tore davon zu ziehen, nutzte diese aber nicht. Darauf folgte eine 2-Minuten Strafe gegen Savvas Savvas, die der Oberbecktruppe das Genick brach. Dresden konnte wieder auf zwei Tore zum 27:25 davon ziehen. In der 59. Minute kam es dann zur letzten Auszeit des Spiels. Eintracht suchte nun schnell den Abschluss um die Chance auf den Sieg zu wahren und netzte auch, doch die Dresdener kamen auch zum Torerfolg. Beim Stand von 28:27 und 30 Sekunden Restspielzeit gingen die Hildesheimer bereits an der Mittellinie in die Manndeckung. Kurz vor Schluss traf dann der HC Elbflorenz nach einem abenteuerlichen Sprint über die gesamte Spielfeldseite. Das Reklamieren der Spieler wegen zu vielen Schritten auf Freiwurf zu entscheiden blieb ohne Folgen und ob die Zeit am Ende noch für einen Abschluss gereicht hätte, ist fraglich.

So musste sich die Eintracht dieses Mal ohne Punkte auf den Heimweg machen. Am Ende waren es Kleinigkeiten, die das Spiel zwischen zwei Mannschaften auf Augenhöhe entschieden. Die Hildesheimer rutschen damit in der Tabelle weiter ab und stehen nur noch auf Platz 15.