VfV06 punktet in Lübeck

Gleich vorweg, das war heute kein Augenschmaus, was den 1109 zahlenden Zuschauern an der Lübecker Lohmühle geboten wurde.

Die ersten Minuten der Partie gehörten dem VfV06. Gleich zu Beginn setzte sich die Mannschaft in der Hälfte der Lübecker fest und ließ den Ball laufen. In der 3. Spielminute dann der erste Aufreger. Sofien Chahed hatte im Strafraum zwei Gegner umspielt und fiel dann. Von außen sah es so aus, als ob er berührt wurde, der Schiedsrichter ließ aber weiterlaufen. Bis zur 15. Spielminute hatte die Domstadtelf mehr vom Spiel – mehr Ballbesitz und mehr Spielanteile. Wirkliche Torchancen gab es jedoch nicht. Dann versprang Christoph Lange der Ball im Spielaufbau, die Konterchance konnte Yannick Schulze knapp vor dem Strafraum nur durch ein Foul stoppen – gelbe Karte. Den anschließenden Freistoß setzte Yannick Deichmann knapp links am Tor vorbei. Das Spiel verlor dann zusehend an spielerischen Elementen und flachte ab. Nach vorne ging bei der Domstadtelf fast nichts mehr und Lübeck ging ausschließlich über lange Bälle. Auffällig war, dass viele dieser langen Bälle auch ihren Abnehmer fanden. Im Stellungsspiel des VfV06 zeigten sich hier deutliche Defizite. Außer einem weiteren Freistoß auf Seiten des VfB ergaben sich keine echte Torchancen mehr. Die erste Halbzeit war durch ständige Unterbrechungen in Form von Einwürfen und Fouls gekennzeichnet. Mit einem 0:0 ging es in die Pause.

Nach Wiederanpfiff war dann mehr Tempo im Spiel. In der 55. Minute eine große Möglichkeit für den VfB. Eine kurze Ecke landet bei einem Lübecker Angreifer, dieser zieht direkt ab, doch Nils Zumbeel kann wunderbar mit dem Fuß parieren. Mitte der zweiten Halbzeit (´65.) fing Zumbeel einen Ball ab. Blitzschnell schlug er ab und auf einmal ergab sich eine 2:1 Situation. Staron trieb den Ball nach vorne und Thomas Sonntag eilte mit, nur ein Abwehrspieler war noch dabei. Anstatt selber zu vollenden legte Staron auf Sonntag ab, dieser stand aber im Abseits und die Chance war vorüber. Nur eine Minute später war es wieder Thomas Sonntag, der die riesen Chance zur Führung hatte. Freistehend und aus kurzer Distanz vergab er aber kläglich. In der 77. Spielminute scheiterte ein Lübecker Spieler in guter Position aus knapp 8 Metern an Nils Zumbeel, der heute wieder einmal heraus stach. Fünf Minuten vor Ende (´85.) war VfB-Stürmer Noel plötzlich frei und alleine durch. Er trabte aber nur auf Zumbeel zu und merkte nicht, dass Lange von hinten angerauscht kam. In aller letzter Sekunde konnte der Hildesheimer Abwehrspieler zur Ecke klären. Die letzten Minuten glichen einer Abwehrschlacht. Der VfB versuchte alles, um noch den Sieg zu erzielen. Dann ertönte aber der Schlusspfiff und es blieb beim 0:0.

Ein echtes Kampfspiel war das heute. Zwar konnte der VfV Borussia 06 Hildesheim in der Offensive kaum Akzente setzten, Kampfgeist und Moral stimmten aber. Die Begegnung war nun wahrlich kein Leckerbissen. Der Platz war tief und schlecht zu bespielen. Viele Fouls ließen kein flüssiges Spiel zu. 10 gelbe Karten sprechen hier für sich. Trotz des Punktgewinns ändert sich an der Tabellensituation des VfV06 nichts – weiter Rang 16. der Regionalliga Nord.