Zum Haareraufen – Wieder nichts für den VfV06

Heute sollte es endlich klappen mit den ersten Punkten bzw. dem ersten Tor der Saison für den VfV Borussia 06 Hildesheim. Zu Gast war die U23 Mannschaft von Hannover 96.

Bei bestem Fußballwetter sahen 1330 Zuschauer eine erste Halbzeit ohne viele Höhepunkte. Von Beginn an überließ der VfV06 den Gästen aus Hannover den Spielaufbau. Bei gegnerischem Ballbesitz zogen sich die Schützlinge von Jörg Goslar in die eigene Hälfte zurück und versuchten so keine freien Räume entstehen zu lassen. Die klappte zunächst auch sehr gut. Zwar war 96 die spielbestimmende Mannschaft, mehr als ein paar Flanken, die allesamt ungefährlich waren, sprang aber nicht heraus. Nach vorne ging bei der Domstadtelf aber auch nicht viel. In der 15. Minute wurde ein Schuss vom Neuzugang Lukasz Staron abgeblockt. In der 23. Minute verlängerte Oliver Doege einen Einwurf in Richtung Tor, der eher zufällige Torschuss wurde kurz vor der Linie geklärt. Das war die gefährlichste Aktion des VfV06. Nur drei Minuten Später klingelte es dann aber doch im Kasten von Zumbeel. Kevin Wolf war auf einmal frei durch und konnte im Nachsetzen das Führungstor für Hannover erzielen. Mit diesem Zwischenstand ging es dann in die Pause.

In der Halbzeitpause wechselte Goslar den zuvor kaum wahrnehmbaren Mats Kaiser aus, in die Partie kam Mame Mbar Diouf. Gleich nach Wiederanpfiff schien die Domstadtelf besser ins Spiel zu kommen. Sie pressten jetzt früher und erkämpften sich einige Bälle. Leider wurden gefährliche Ansätze schlecht ausgespielt und so sprang nichts Zählbares heraus. In der 55. Minute hielt Nils Zumbeel einen Freistoß von Emghames, in der 70. Spielminute zeigte der Hildesheimer Torwart nochmal eine klasse Parade. Zwei Minuten später sauste ein Schuss von Charlison Benschop nur knapp links am Tor vorbei. Dann endlich mal wieder der VfV06, nach einer Ecke stieg der vorgeeilte Rauch hoch und köpfte das Leder nur einen halben Meter links am Gehäuse vorbei. Fast leid tun konnte einem Thomas Sonntag, der sich das komplette Spiel aufrieb und lief und lief und lief. Leider glückte auch ihm nur sehr wenig. Dann die Nachspielzeit, Thomas Ströhl bugsierte einen seiner weiten Einwürfe in den Sechzehner, dieser wurde aus dem Strafraum geschlagen, landete aber direkt bei Staron. Dieser zog direkt ab, doch Sahin-Radliger konnte in letzter Sekunde noch klären. Dann war Schluss. Schade, denn die Domstadtelf hätte heute einen Punkt oder wenigstens das erste Saisontor verdient gehabt. Am Ende bleibt es beim 1:0 für die ebenfalls schwach aufspielenden Hannoveraner.

Seit 450 Minuten wartet der VfV06 in der Liga jetzt auf ein Tor. Die Defensivarbeit war heute ordentlich bis gut, die Offensive mangelhaft bis schlecht. Fast jeder Zweikampf wurde im letzten Drittel verloren und auch in den Kopfballduellen hatten Sonntag, Staron und Diouf fast immer das Nachsehen. Torgefahr entstand nur zufällig oder durch Standards. Oft war man einen Schritt zu spät und gab Bälle viel zu leicht und kampflos her. Die neu zusammengesetzte Mannschaft wirkte teilweise nicht wie Einheit. Gutes Beispiel ist hierfür eine Szene aus der ersten Halbzeit. Lukasz Staron lief im Mittelfeld mit Ball in Richtung gegnerisches Tor, von hinten eilte ein 96er heran, doch niemand schrie “Hintermann” oder “Pass auf”, folgerichtig war der Ball sofort wieder weg. Vielleicht würde eine Teambulidingmaßnahme dabei helfen, den Teamgeist und das Wir-Gefühl zu verbessern bzw. zu aktivieren. Kommenden Sonntag geht es für den VfV06 zum TSV Havelse, Anpfiff ist um 15:00 Uhr.